Nov 262018
 
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Fotos: Karelia Llanos Toro

Am Beispiel seines Podcasts „Halbe Katoffl“ veranschaulichte der Berliner Journalist Frank Joung, wie ein Podcast entwickelt, aufgebaut und vermarktet werden kann. „Halbe Katoffl“ ist „eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht-deutsche Wurzeln haben“ und wurde 2018 in der Kategorie Kultur und Unterhaltung für den Grimme Online Award nominiert. „Vor zwei Jahren hatte ich keine Ahnung von Podcast, das war alles neu für mich“, berichtet Joung, der aufgrund seiner Erfahrungen als Deutscher mit koreanischen Wurzeln die Idee hatte. In dem Workshop präsentierte er die wesentlichen Fragen und technischen Mittel, um sofort mit der Entwicklung eines eigenen Podcast starten zu können. Denn sein bester Tipp, den ihm einst ein Kollege gab: „Fang einfach an!“.

Schon ging es los mit den wesentlichen Fragen, die sich ein werdender Podcaster stellen sollte, um das richtige Format und das Thema zu finden:

  • Wer? Möchte ich meinen Podcast allein aufnehmen, als feste Formation oder mit einem Gast? Joung war schnell klar, dass er einen Gast interviewen wollte. Und er verdeutlichte: „Man muss sich klarmachen, dass man zwar allein mit jemandem im Raum sitzt, aber theoretisch tausend Millionen Mal gehört werden kann.
  • Was? „Das Thema ist das Entscheidende“, befand Joung. Vielleicht ist man ein Experte zu einem Thema oder es gibt eine Nische, die man mit seinem neuen Podcast besetzen kann?
  • Wo? Zu Hause? Draußen? Oder in einer festen Box?
  • Wie oft? Joung verriet: „Regelmäßigkeit ist eines der Erfolgskriterien bei Podcasts, […] das habe ich am Anfang unterschätzt. So kann Bindung entstehen.“
  • Wie lang? Dies hänge von der Kapazität ab.
  • Für wen? Wer soll die Zielgruppe sein? „Für mich war es schon wichtig, dass es kein reines Migrantenprojekt ist“, berichtete Joung, sein Podcast soll für Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund interessant sein und keine Gruppe ausschließen.
  • Warum? Hier seien der Unique Selling Point und die Zielgruppe zu beachten. „Existiert ein Format nicht: gut. Wenn doch, kann ich es besser machen?“
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Fotos: Karelia Llanos Toro

Joungs Tipp: „Mit vielen Leuten sprechen, wie finden die das? Aber nicht mit allen Leuten sprechen“. Seine Idee sollte man in einem Satz formulieren können. Dann stehen die Entwicklung eines Namens („Am meisten Spaß macht Namesfindung – bis du merkst, dass du keinen Namen findest“, so Joung) und darauf aufbauend das Gestalten eines Logos an. Hilfreich für das Entwickeln eines eigenen Podcasts sei es, sich drei Adjektive als Charaktereigenschaft zu überlegen oder eine Personifikation seines Podcasts. Dann kann die Produktion beginnen, theoretisch mit dem Smartphone. Joung stellte weiteres technisches Equipment und Software zum Schneiden und zum Verbessern des Sounds vor. Weiter ging es mit der Vermarktung und der Frage, wie man mit einem Podcast Geld verdient. Joung bemerkt: „Man muss es einfach allen erzählen“. Zudem sei es hilfreich, wenn andere Podcaster diesen erwähnen oder Leute darüber berichten. Das unterstütze auch die Finanzierung, die sich entweder mit Plattformen wie „Steady“ oder durch Werbung bewerkstelligen lasse. Zuweilen existieren auch Förderprogramme, einst wurde „Halbe Katoffl“ gefördert von „Div-A – Diversity Accelerator“, einem inzwischen nicht mehr existierendem Mentoren-Programm des Europäischen Rats für mehr Vielfalt in den Medien.

Der Workshop schloss mit dem Beantworten von Fragen und weiteren Tipps für das inspirierte Publikum.

Redaktion: Monika Elias

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