SCD 2013 – Workshop 1: eZusammenarbeit mit Valentina Kerst

Veröffentlicht von ad am

valentina_kerst_ezusammenarbeit-scd-2013_0263Valentina Kerst von  der Internetberatungsfirma Topiclodge hat sich in ihrer Session „E-Zusammenarbeit“ mit dem Thema auseinandergesetzt, wie Politik und Bürger zusammenarbeiten können und welche Vor- und Nachteile in diesem Zusammenhang auftreten. Diese Thematik ist besonders wichtig vor dem Hintergrund des verlorenen Bürgervertrauens in die Politik und dem gleichzeitigen Wunsch, an wichtigen Entscheidungen beteiligt zu werden. Auf internationaler Ebene brachte Kerst für die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung ein durchweg positives Beispiel mit einem Projekt aus der brasilianischen Stadt Recife. Hier hat sich vor zwölf Jahren aufgrund eines Haushaltsstopps der Stadt eine komplett neue Initiative aus der Bürgerschaft entwickelt. Mit dem Ziel, die Demokratie zu vitalisieren und die politische Teilhabe zu stärken, wurden Ehrenamtler als sog. Lotsen in den einzelnen Stadtteilen eingesetzt, um so Probleme und Wünsche an die Politik heranzutragen.  Hierdurch entstand eine völlig neue politische Kultur und Diskussionsbasis. Die Bürger fühlten sich ernster genommen und die Transparenz wurde deutlich erhöht.

Auf nationaler Ebene nannte Kerst als Beispiel für die E-Zusammenarbeit die Bedeutung von Facebook, welches für Transparenz und Austausch eine wichtige Rolle spielt. Anhand eines Rankings der Webseite buerger-freunde.de wurde deutlich, wie Facebook in Deutschland in einzelnen Kommunen genutzt wird. Hier werden für Deutschland klare regionale Unterschiede der Nutzung durch Kommunen erkennbar, wobei in absoluten Zahlen Nordrhein-Westfalen sehr weit vorne liegt, und Mecklenburg-Vorpommern das Schlusslicht bildet. Generell ist zu erkennen, dass  Verwaltungen in Deutschland oft Schwierigkeiten haben, sich auf neue Strukturen und den Umgang mit Social Media einzustellen. Es müssen neue Jobprofile geschaffen und die richtigen Kommunikationskanäle gefunden werden. Dennoch beteuert Valentina Kerst, dass Social Media das Vertrauen zwischen den Bürgern, der Verwaltung und der Politik stärken können und es wichtig ist, neue Ansätze zu finden, um den begonnenen Prozess der Bürgerbeteiligung weiter zu stärken.

Petra Köhler, Cologne Business School


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