Sep 152015
 

Das Thema des Social Community Day „Instant Publishing in der Digitalen Gesellschaft“ hat Christina Quast selbst ausprobiert: Als #Bootblogger sollte überall gearbeitet werden. Das Besondere: Büro und Zuhause sind immer und überall mit auf Tour gewesen, denn ein Hausboot mit Küche, Arbeitssalon und drei Kabinen haben drei Bloggerinnen aus dem Ruhrgebiet über die Mecklenburgische Seenplatte gesteuert.


Ahoi, bootblogger

Mit 10 Dingen in meiner to-do-App bin ich an Bord gegangen und konnte die Hälfte während meiner Arbeitswoche auf dem Hausboot auch abhaken. Einerseits, weil das mobile Büro und Zuhause mit maximal 12 km/h auf den Seen und Kanäle unterwegs gewesen ist und stundenlang von Hafen zu Hafen navigiert werden muss. Mit den Händen am Steuerrad oder an den Leinen, konnte ich nicht immer an der to-do-Liste arbeiten. Andererseits, weil immer wieder WLAN, Strom oder Kaffee fehlte, um mich effektiv durch meine to-do-Liste zu arbeiten.

bootblogger_crew

Die Crew: Daniela Sprung / bloggerabc, Christina Quast / social community day, Ute Korinth / ruhrpottagentin

WLAN, Strom und (Caro)Kaffee

Das sind die wichtigsten Dinge im mobilen Büro gewesen, um arbeiten zu können. Tatsächlich geht nicht viel ohne Internet, das merke ich, wenn Smartphone, Tablet und Hotspot nur die kleinen Balken zeigen und Websites mit Modem-Geschwindigkeit auf dem Bildschirm erscheinen. Das WLAN ist immer und überall unkalkulierbar geblieben.

Unterwegs hat das Hausboot auch keinen Strom auf den Steckdosen, und obwohl beim „Überallarbeiten“ die Akkus von Smartphone und Tablet keinen ganzen Bürotag durchhalten, ist Strom kein echtes Problem gewesen. In allen Häfen kann das Hausboot ins Stromnetz gestöpselt werden und ein halbes Dutzend Steckdosen versorgen. Mit etwas Organisation konnten alle Geräte und Akkus zwischen dem An- und Ablegen versorgt werden. Zumal es schon Zusatzakkus gibt, die sich in der Sonne oder im Wasser aufladen.

Der Zaubertrank zum „Überallarbeiten“ ist CaroKaffee gewesen, weil der Kaffeeautomat eigentlich keine Chance auf Strom hatte: Auf dem Wasser sind die Steckdosen nutzlos und in den Häfen mit Arbeitsgeräten besetzt.

„Überallarbeiten“

Am besten hat es geklappt, wenn WLAN, Strom und Kaffee gleichzeitig verfügbar waren. Anders als beim „Büroarbeiten“ hat es keine selbstbestimmten, sondern eher fremdbestimmte Arbeitsphasen gegeben, die sich nach den Balken der WLAN- und Akku-Anzeige richteten und am früheren Vormittag vor dem Ablegen am produktivsten waren. Nach dem Anlegen hat die frische Luft, die einem am Steuerrad auf Deck um den Kopf weht, so müde gemacht , dass keine Nachtschichten mehr möglich gewesen sind. Unterwegs konnten die kurzen oder langen Wartezeiten vor den Schleusen zum „Überallarbeiten“ genutzt werden, und dann mussten alle Bootblogger an Deck sein, um das Hausboot durch die Schleusen zu manövrieren.

bootblogger_equipment

Meine Arbeitsmittel im Hausboot-Büro: Ladekabel, Zusatz-Akku, Smartphone, eBook-Reader, Tablet

Den unsteten Arbeitsrhythmus auf dem Hausboot konnte ich am besten mit to-dos vereinbaren, die nicht lange dauern und nicht zeitkritisch sind – zum Beispiel Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlichen sowie Mails bearbeiten. Um ein Workshop-Konzept zu erarbeiten haben WLAN, Strom und Kaffee nie gereicht, aber einen „Call for Paper“ konnte ich nach mehreren Versuchen etwa 30 Minuten vor Ende der Frist versenden! Sonst wäre diese Arbeit wohl vergebens gewesen… Somit kann beim „Überallarbeiten“ der feste Boden, aber nicht das stabile Internet fehlen.

#Bootblogger ist ein Projekt von HKN und Reviercharter – hier können sich Überallarbeiter bewerben.

 Posted by at 11:30